Digitalisierungsplan für Digital Jetzt erstellen

Um einen Antrag für das Förderprogramm „Digital jetzt“ einreichen zu können, ist laut der Förderrichtinie (vom 19.Mai 2020) ein sogenannter „Digitalisierungsplan“ notwendig.

In diesem Beitrag erläutern wir, das das genau ist und wie Sie diesen erstellen können.

Wichtig:
Die Erstellung des Digitalisierungsplanes ist über „Digital jetzt“ nicht förderfähig.
Sie kann jedoch – je nach Bundesland – auf anderem Wege gefördert werden, so zum Beispiel in Baden-Württemberg durch das „KMU-Coaching“ Programm.

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Update vom 27.02.21: Auslosung der Kontingente gestartet

Die ersten beiden Auslosungen sind vorbei.

Die Wahrheit zum Ergebnis:
Ernüchternd. Die Chancen sind gering im Moment ein Los zu erhalten.
Aus dem Nähkästchen geplaudert: Von den 40 Kunden, die ich in der Verlosung habe, hatte keiner das Losglück.

Das einzige was zählt:
Dranbleiben und jeden Monat frisch auf den Losknopf im Digital-Jetzt-Portal drücken und sich erneut bewerben.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Ihr Stefan Lanz

Update vom 14.12.20: Auslosung der Kontingente

Der 1.12.2020 ist verstrichen, die Registierung ist seither offen und klappt.

Nun ist aber auch klar, dass das Los entscheidet, wer den Zuschlag erhält und natürlich auch, wie das Verfahren abläuft.

Die Vorgehensweise ist wie folgt:
Das antragstellende Unternehmen muss sich nach der Registrierung für das nächste Losverfahren bewerben, indem es im Portal „seinen Willen“ dazu erklärt (Klick auf einen Bewerbungsbutton) und eine Mitarbeiter-Anzahl sowie eine „voraussichtlich“ Fördersumme angibt.

Die erste Verlosung findet am 15.01.2021 statt.

ACHTUNG:
Die Bewerbung für das Los gilt nur und ausschließlich für die nächste Ziehung. Danach muss sich das Unternehmen erneut anmelden und sich wieder für das nächste Losverfahren bewerben – sprich: Bis das Los auf einen fällt, ist ein Outlook-Serientermin sinnvoll! :)

Aufwändig aber nachvollziehbar:
Zugegebenermaßen ist dieses Verfahren für die antragstellenden Unternehmen sehr aufwändig. Jedoch ist es aus Projektträgersicht nachvollziehbar um nicht „alte“ (nicht mehr notwendige) Bewerbungen im aktuellen Los zu haben. Und es ergbit sich natürlich ein (meiner Meinung nach nicht ganz ungewollter) Nebeneffekt: Es ist damit zu rechnen, dass viele Antragsteller „vergessen“ sich erneut fürs nächste Los zu bewerben und somit die Anzahl derer, unter denen die Budgets vergeben werden, sinkt.

Update vom 11.11.20: Digitalisierungsplan im Antragstool

Nach einem erneuten Blick auf die Website des BMWI ist nun das weitere Vorgehen klar:

Eine Registrierung ist wieder ab 1.12.2020 möglich.

Im Weiteren werden – aufgrund der hohen Nachfrage nach dem Förderprogramm „Digital jetzt“ – die monatlichen Kontingente ab Januar 2021 dann aber per Losverfahren vergeben.
Es bleibt also abzuwarten, wie lange die Antragsteller dann bis zu einem „Treffer“ warten müssen bzw. ob sie diesen „Treffer“ jemals erhalten.

Wir bleiben für Sie dran! :)

Update vom 29.10.20: Digitalisierungsplan im Antragstool

Seit einigen Tagen findet sich auch ein FAQ Eintrag auf der Seite des BMWI, der genauer beschreibt, wie der Digitalisierungsplan zu erstellen ist.

Die erforderlichen „Felder“ mit den einzelnen Punkten sind bereits im Antragstool integriert, so dass hier nicht „extra“ Aufwand betrieben werden muss, den Digitalisierungsplan in eine ansehnliche Form zu bringen.

Im ersten Schritt sind zahlreiche Fragen mittels Auswahlmöglichkeit zum Ankreuzen zu beantworten:

  • Thema Digitalsierungsstrategie:
    Existiert sie? Ist sie in Arbeit? Oder nicht vorhanden?
  • Thema Produkte + Dienstleistungen:
    Gibt es Stand heute digitale Produkte oder Dienstleistungen? Werden digitale Vertriebskanäle heute bereits genutzt? Gibt es digitales Dienstleistungen als „Ergänzungsprodukt“ zu bestehenden (Kern-)Produkten?
  • Thema Kommunikation mit Kunden, Lieferanten, Partnern:
    Wie findet diese Stand heute statt?
  • Thema Prozesse + Organisation:
    Gibt es eine digitale Prozessbeschreibung bzw. Dokumentation heute bereits?
  • Thema Technologien:
    Werden und – falls ja – wie werden digitale Endgeräte genutzt?
    Gibt es bereits Warenwirtschaft/ERP oder/und ein CRM (Customer Relationshop Managemen) System im Einsatz?
  • Thema IT-Sicherheit:
    Wie ist der aktuelle Stand? Welche Sicherheitsmaßnahmen existieren?
  • Thema Menschen im Unternehmen:
    Wie digital sind diese Stand heute? Haben sie ausreichend Fähigkeiten, um Digitalisierung auch umsetzen zu können? Oder besteht Qualifizierungsbedarf?

Das Antragstool von „Digital Jetzt“ sieht im Folgenden die Vorhabenbeschreibung des Digitalisierungsplanes vor.
Hier muss unter anderem (in Form von Checkboxen) erklärt werden, was die Ziele des Projektes sind?
Unter anderem zu folgenden Bereichen:

  • Geschäftsmodell digitalisieren / digitale Geschäftsfelder
  • Geschäftsprozesse / Arbeitsorganisation digitalisieren
  • Erhöhung der Kompetenzen und Fertigkeiten der Mitarbeiter
  • Erhöhung der IT-Sicherheit und Datenschutz

Nun kommt der wohl fordernste Teil des Digitalisierungsplanes:

Mit 3x 3500 Zeichen – also ca. 3x 35 Zeilen Text – muss beschrieben werden

  • in welche konkreten Technologien/Qaulifizierungen investiert werden soll
  • wie die konkrete Anwendung der Investition im Unternehmen ist und
  • welche konkreten Verbesserungen/Neuerungen für das Unternehmen in Folge des Investitionsvorhabens zu erwarten sind.

Außerdem mit 2x 2000 Zeichen – also ca. 2x 20 Zeilen Text

  • welche Dinge innerhalb der Investition in IT-Sicherung in Form von Technologie und Mitarbeitenden-Qualifizierung gehen und
  • wie sich duch das Investitionsvorhaben konkret die IT-Sicherheit im gesamten Unternehmen erhöht.

Abschließend stehen 3x 1000 Zeichen (ca. 3x 10 Zeilen) für „Auswirkungen auf die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit des Unternehmens“ zur Verfügung:

  • Wie verbessert sich die Wettbewerbsfähigkeit durch die Förderung?
  • Wie verbessert sich die Innovationsfähigkeit durch die Förderung?
  • Welche Effekte sind sonst noch zu erwarten?

Mit der Eingabemöglichkeit des Digitalisierungsplanes direkt im Antragstool, wurde eine entscheiden Hürde für viele Antragsteller genommen.

In wieweit es „Nicht-ITlern“ möglich ist die Vorhaben so zu beschreiben, dass der Antrag auch genehmigt wird und die Förderung ausbezahlt, bleibt abzuwarten.

Ein Digitalisierungsplan beschreibt:

Ein Digitalisierungsplan beschreibt aussagekräftig,

  • was digitalisiert werden soll,
  • welche Synergien aus dem Digitalisierungsvorhaben hervorgehen,
  • zeigt den aktuellen Digitalisierungsgrad (Stand der Digitalisierung heute),
  • benennt Qualifizierungsmaßnahmen in Art, Anzahl, Dauer, Umfang benennt die (digitalen) Ziele, die durch die neue Investition erreicht werden sollen, und
  • stellt zum Beispiel dar, welche Effizienzsteigergung, welches neue Geschäftsmodell entwickelt, Marktsegmente erschlossen oder die eigene Position im Markt gestärkt werden soll.

Ein Digitalisierungsplan ist letztendlich ein Teil einer Digitalisierungsstrategie.

Teil des Digitalisierungsplanes sind die Treiber für Ihr Business und die mit diesen verbundenen Geschäftszielen und deren Vorteile.
Treiber sind in der Regel extrinsisch motiviert. Es gilt im Digitalisierungsplan nachhaltige und langfristige angestrebte Erfolge zu bennen und diese durch Veränderungen und Verbesserungen zu etablieren.

In der Regel resultieren diese Erfolge aus einer neuen Fähigkeit, Organisation oder einem neuen Geschäftsmodell.

Damit Sie konkret wissen, was die einzelnen Punkte danach beinhalten, brechen wir für Sie die großen Punkte in einzelne Teilziele und Umsetzungspunkte herunter, so dass diese dann in der Praxis auch leicht umsetzbar sind.

Auf Wunsch bleiben wir natürlich als Strategie-Berater auch während der ganzen Umsetzung begleitend an Ihrer Seite!

Ausgangssituation

Die Beschreibung der Ausgangssituation ist der heutige Status quo und eine reine Selbsteinschätzung der Lage.

Modul 1: Investition in digitale Technologien

Die „digitalen Technologien“ sind konkret zu benennen.

Dazu gehören inbesondere

  • eingesetzte Hard- und Software
  • und damit verbundene Prozesse und Implementierungen

Gern gesehen sind IT-Investitionen in Hard- und Software, die „die interne und externe Vernetzung“ fördern. Dabei müssen zahlreiche Aspekte beachtet und beleuchtet werden:

  • datengetriebene Geschäftmodelle
  • Künstliche Intelligenz (KI)
  • Cloud-Anwendungen
  • Big Data
  • Sensorik (Hardware)
  • 3D Druck
  • und ganz besonders IT-Sicherheit sowie
  • Datenschutz

Modul 2: Investitionen in die Qualifizierung der Mitarbeitenden

Die Schulungen müssen die Mitarbeiter „im Umgang mit digitalen Technologien“ qualifizieren, so schreibt die Richtlinie.

Im Besonderen bennnt sie Weiterbildungsmaßnahmen und Qualifizierungen zu:

  • Digitaler Transformation
  • Digitaler Strategie
  • IT-Sicherheit
  • Datenschutz
  • Agiles Arbeiten
  • Digitales Arbeiten
  • digitale Basiskompetenzen

Die durchgeführten Qulifizierungsmaßnahmen müssenin den Zusammenhang mit den Digitalisierungszielen des Unternehmens gesetzt werden. Außerdem sind „Art und Anzahl“ zu beschreiben.

Nachhaltige Wirkung der Investition

Damit das Digitalisierungsvorhaben genehmigt wird und damit förderfähig ist, verlangt die Richtlinie zu „Digital jetzt“ auch noch dass die nachhaltige Wirkung des Vorhabens auf das Unternehmen beschrieben wird.

Es muss beschrieben werden, wie sich die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Innovationsfähigkeit dadurch verbessert und welche langfristigen technischen und wirtschatlichen Effekte durch das Vorhaben zu erwarten sind.

Auch die Auswirkungen auf den Digitalsierungsgrad des Unternehmens  sind zu beschreiben.

Autor:
Stefan Lanz
Stefan Lanz ist IT-Experte für Digitale Transformation, Daten- und IT-Sicherheit. Er ist IT-Sicherheitsbeauftragter, IT-Sachverständiger, Datenschützer, Coach und Berater für Unternehmen seit 1995. Mehr zu ihm finden Sie hier.