Schatten-IT überschattet die Arbeit im Home Office

Man weiß es längst:

Das Home Office, das es in Pandemie-Zeiten zur Hochkonjunktur gebracht hat, ist nicht nur vorteilhaft. Wir sprechen hier aber nicht von einer krummen Haltung vor dem PC, wir sprechen von der sogenannten Schatten-IT. Sie wird von unglaublich vielen Mitarbeitern verwendet. Das zeigt eine Umfrage des Cybersecuritiy-Spezialisten Forcepoint.

Schatten-IT

Was ist die Schatten-IT?

Darunter versteht sich die Nutzung von Hard- oder Software durch Mitarbeiter, die nicht für die Nutzung im Unternehmen freigegeben wurde durch die dafür zuständige Stelle. Sprich private Geräte.

Laut der Forcepoint Umfrage also, haben 63 Prozent der Mitarbeiter an, mit privaten Endgeräten auf Dokumente Dienste ihres Arbeitgebers zuzugreifen. 58 Prozent speichern oder übertragen Arbeitsdaten auf persönliche USB-Sticks, 55 Prozent nutzen private E-Mail Dienste für Arbeitszwecke. Die Gefahr: Die Unternehmen setzen sich dadurch einem hohen Sicherheitsrisiko aus.

Mitarbeiter unterschätzen Gefahr

Böse gemeint ist das allerdings nicht – vielmehr ist den Mitarbeitern die Gefahr nicht bewusst, die durch ihr Tun für das Unternehmen entsteht. Die Gründe für die Nutzung von Schatten-IT sind Folgende: Leichtere Erledigung arbeitsbezogener Aufgaben (56 Prozent), Unternehmensrichtlinien machen es schwer und die Arbeit ohne Schatten-IT zu bewältigen (50 Prozent).

Abgesehen davon seien die Heimarbeiter recht sorglos im Umgang physischer Arbeitsunterlagen und Geräte des Arbeitgebers. Dokumente auf einem Gerät ausdrucken, das auch von anderen Mitgliedern des Haushalts genutzt wird, das machen 67 Prozent der Befragten. 55 Prozent lassen Arbeitsunterlagen im Haus herumliegen. 47 Prozent nutzen die Geräte des Arbeitgebers übrigens auch privat.

Junge Mitarbeiter tun es besonders oft

Generell kann man sagen, dass Männer häufiger als Frauen auf Schatten-IT zurückgreifen. Außerdem viele Frauen, die noch Kinder zu betreuen haben. Junge Mitarbeiter nutzen Schatten-IT deutlich häufiger als ältere Kollegen. Möglicherweise ist das so, weil sie mehr Geräte und Accounts besitzen und nutzen, da sie sich mit unterschiedlichen Software-Tools besser auskennen. Offenbar ist aber auch ihr Stresslevel höher – das zeigt die Forcepoint-Umfrage ebenso. Das führt vermutlich zu einem risikoreicheren Vorgehen bei der Arbeit. So finden etwa 59 Prozent der Befragten es schwierig, im Home Office Arbeits- vom Privatleben zu unterscheiden.

Die guten Nachrichten

Immerhin: Über 65 Prozent sagen, dass sie die Sicherheitsrisiken der Schatten-IT berücksichtigen.  61 Prozent erhalten von ihrem Arbeitgeber zusätzliche Schulungen und Unterstützung.

Stefan Lanz

Autor:
Stefan Lanz
Stefan Lanz ist IT-Experte für Digitale Transformation, Daten- und IT-Sicherheit. Er ist IT-Sicherheitsbeauftragter, IT-Sachverständiger, Datenschützer, Coach und Berater für Unternehmen seit 1995. Mehr zu ihm finden Sie hier.