Auf die Bewertungen kommt es an

Arbeitgeber sind heute beinahe dazu verdonnert, gute Bewertungen im Internet zu haben. Laut einer Bitcom-Umfrage informieren sich Bewerber nämlich zu knapp 50 Prozent auf Online-Bewertungsportalen über ihren Arbeitgeber.

Wenn ich mir beispielsweise einen PC kaufen möchte, informiere ich mich gründlich im Internet über die verschiedenen Modelle und lese vor allem die Bewertungen, beziehungsweise orientiere mich an den „Sternen“, die die Beliebtheit des Produkts zeigen. Es ist da wohl ganz logisch, dass sich Arbeitnehmer auf die gleiche Weise über einen möglichen Arbeitgeber informieren. Das tun laut einer Bitcom-Umfrage 47 Prozent. Das ist seit 2018 ein Anstieg um immerhin elf Prozent.

Souverän reagieren

Die Konsequenz liegt auf der Hand: Arbeitgeber sollten diese Tatsache ernst nehmen. Mehr noch – sie sollten die Chance nutzen und die Erwartungen der Bewerber besser kennenlernen und einschätzen können. Wichtig ist auch, als Unternehmen auf die schon bestehenden Online-Bewertungen seriös und souverän zu reagieren. Diese sind für viele die Visitenkarte eines Unternehmens.

44 Prozent derer, die sich über einen Arbeitgeber informiert haben, gaben an, dass die Online-Bewertungen ihre Entscheidung für oder gegen den Arbeitgeber beeinflusst hat.  Dass die Bewertungen sie verunsichert haben, sagten 18 Prozent der Befragten – das habe sie aber nicht davon abgehalten, den Job anzunehmen. 12 Prozent haben sich aufgrund der Bewertungen gegen den Arbeitgeber entschieden.

Nur eine Orientierungshilfe

Logisch ist: Je mehr Bewertungs-Einträge es gibt, desto umfassender und realitätsnaher ist das Bild. Deshalb sollten Bewerber differenziert bleiben und sich von einzelnen Bewertungen nicht verunsichern lassen. Es gibt immer jemanden, der etwas zu meckern hat. Die Bewertungen spiegeln nur ein subjektives Empfinden wider, sollten darum auch  nur als Orientierungshilfe genutzt werden. 28 Prozent der Befragten haben schon einmal selbst einen Arbeitgeber auf Bewertungsportalen wie kununu.com, meinchef.de oder glassdoor.de bewertet.

Der Bericht stützt sich auf die Umfrage von Bitkom Research von Februar 2021. Dabei wurden 1005 Menschen ab 16 Jahren befragt.

Stefan Lanz

Autor:
Stefan Lanz
Stefan Lanz ist IT-Experte für Digitale Transformation, Daten- und IT-Sicherheit. Er ist IT-Sicherheitsbeauftragter, IT-Sachverständiger, Datenschützer, Coach und Berater für Unternehmen seit 1995. Mehr zu ihm finden Sie hier.